Meinungsbild: NoFollowFree-Blog statt -Plugin

Zur Zeit grasiert wieder eine Welle der solidarischen Aktionen, eine davon ist die Nofollow-Free-Aktion (alternativ auch DoFollow-Aktion). Grundsätzlich habe ich gar nichts dagegen, ich begrüße sogar stetig wachsende Internetkompetenz auch und gerade von jenen Menschen, die sich sonst nicht mit solch tiefgreifenden Themen wie Suchmaschinen, Verlinkungen und eben auch Google auseinandersetzen.

Sehrwohl etwas dagegen habe ich aber, dass trotz Aufgeschlossenheit des Themas an sich viele Vorbehalte gegen alternative Vorstöße haben. So wird überall propagiert, für WordPress — welches nun einmal im Fokus der oben genannten Aktionen steht — das eine oder andere Plugin zu nutzen, welches dieses nervige nofollow-Attribut aus den Kommentaren entfernt.

Dagegen macht sich aber niemand die Mühe, darüber nachzudenken, geschweige denn zu handeln, wie es wäre, wenn WordPress von vornherein ein Link liebendes bzw. Linkliebe gebendes Blogsystem wäre.

Ich stehe noch am Anfang meines Projektes, es ist auch gewiss noch nicht ausgereift. Aber ich möchte sehr gerne etwas Nützliches an die Welt da draußen abgeben. Und es soll sich auch weiter entwickeln dürfen. Auch glaube ich, dass mit dem nötigen Rückhalt aus der WordPress-Nutzergemeinde, die WordPress NoFollowFree Edition durchaus etwas Starkes und Gefragtes werden könnte. Natürlich vorausgesetzt, wir leben nicht mehr im tiefsten Mittelalter und vorstoßende Künstler und Denker werden auch nicht auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Statt Skepsis[01] wünsche ich mir mehr Mut machende Worte und auch Tipps und Anregungen und Verbesserungsvorschläge. Nicht alles Neue muss doch immer sofort im Keim erstickt werden, eine Pflanze muss auch erst wachsen und gedeihen, bis sie die ersten schönen Blüten und dann leckere Früchte trägt.

Ein Vorschlag hätte von vornherein lauten können: “Bedenke die Update-Funktion in WordPress — wirst du dies in deiner Edition auch berücksichtigen, damit Nutzer bequem dabei bleiben können?” Leider erhalte ich zwar den gedanklich gleichen Inhalt, aber ganz anders verpackt in der Form: “Das ist nicht konsistent, nach einem Update geht ja alles wieder kaputt, das wollen die Leute so nicht. Lass das mal lieber bleiben!”

Arbeiten kann ich zwar mit beiden Aussagen, der Kopf kann aus beiden die Kerninformation filtern, aber der Bauch rebelliert bei der letzeren. Freuen würde ich mich mehr über positiv verschnürte Kommentare, die konstruktiv sind. Mein innerer Kritiker ist schon laut genug.

Und die obige Frage beantworte ich auch gleich mit einem “Ja”, ich werde daran denken und noch weitere Anpassungen vornehmen, ich werde die Zeit und Mühe nicht scheuen, eine nicht nur nofollow-freie, sondern auch update-taugliche WordPress-Version zu basteln. Wenn ihr dagegen nicht mehr mit Aufmunterungen geizt und stattdessen alles kaputt trampelt, was empor steigt.

Fazit: Es braucht dringend eine WordPress-Version, die frei vom nofollow-Attribut ist. Es braucht Menschen, die sich — egal wie — dafür einsetzen und andere bei der Umsetzung unterstützen. Es braucht wieder mehr Sonne in den Herzen der Menschen!

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fußnoten:

  1. Auch auf Kommentare von mir auf anderen Blogs wurde ähnlich reagiert. []


Reaktionen:

  1. Andy sagt:

    Ich persönlich würde mich auch über so eine Version von WordPress freuen

  2. Sebastian sagt:

    Finde diese solidarischen Aktionen auch jut … Und sind auch
    selber “Anhänger” dieser “Aktion” …


  3. Hey, der Kommentar war nicht böse gemeint :) Ich verstehe einfach
    dein Konzept nicht ganz, denn: – Wenn ich bereits eine WordPress
    Version installiert habe, dann möchte ich die nicht neu
    installieren. In dem Fall kann ich natürlich deinen Patch
    einspielen, aber da sehe ich dann (aus der Sicht eines Anwenders)
    keinen Unterschied mehr zu einem beliebigen anderen Plugin. – Wenn
    ich noch kein WordPress installiert habe, dann ist deine Version
    natürlich eine Option. Allerdings weiss ich aus Erfahrung, dass
    Software von Drittanbietern ein gewisses Risiko darstellt. Ich will
    dir damit nichts unterstellen, das ist einfach eine allgemeine
    Aussage. Ich habe überhaupt nichts gegen neue Ideen und Projekte,
    im Gegenteil. Ich möchte nur wissen, wo genau die Vorteile von
    deinem Projekt gegenüber bestehenden Lösungen sind. Denn wenn du
    dich schon so tief in den WordPress-Code eingearbeitet hast, muss
    es ja einen bestimmten Grund geben dass du ein eigenes Projekt
    startest, statt beim “original” WordPress mitzuarbeiten. Ich wollte
    dir mit meinem Kommentar nicht zu nahe treten, ich bin einfach nur
    neugierig :) Grüsse Tom

    • ChrisG sagt:

      Tom, ich wollte mich auch gar nicht explizit bei dir beschweren. Dein Kommentar hat nur als ein Beispiel hergehalten.

      Warum ich nicht beim ursprünglichen Projekt mitarbeite? Diese haben doch erst diese nofollow-Geschichte genau so hineinprogrammiert und belassen diese bereits über mehrere Versionen hinweg im Repository. Und mein Gefühl sagt mir, dass die wenigen follow-Freunde wohl gar keine Stimme haben, sonst wäre diese Krücke doch schon längst draußen, oder es gäbe bereits eine Wahlmöglichkeit.

      Mein Verdacht erhärtet sich also, dass es von den Entwicklern nicht wirklich gewünscht ist und man sich auf die Plugin-Ersteller ausruht.

      Ich denke auch eher, dass meine Version auch mehr nur die SEO-affinen Blogger anspricht, es muss nicht allen gefallen und es müssen nicht alle die hier zur Verfügung gestellte Version nutzen. Ich schaffe nur Alternative, bin zugleich Opposition.

      Vielleicht sollte ich mich also durchaus darauf einstellen, dass eher ablehnende Haltungen eingenommen werden … :-)

  4. Stefan sagt:

    Ich fände es gut. Wir nutzen aktuell ein Plugin, hätte aber nichts
    dagegen bzw fände es wesentlich sinnvoller, in Zukunft einmal auf
    eine gleich dofollow-Version upzudaten! Viel Erfolg!


  5. Wäre eine nette Aktion. So ließen sich wieder ein paar Plugins
    sparen. Und wenn das WordPress-Team solche Möglichkeiten bei ihrer
    Software ignoriert, müssen halt die Leute aus der Community Hand
    anlegen!

  6. Markus sagt:

    Vor meinem persönlichen WP Blog, hatte ich bereits ein S9y Blog. Bei Serendipity gibt es kein “no-follow”, (es sei denn man schreibt es selber in die Templates).
    Daher war ich auch sehr überrascht, wie WP mit dem Thema umgeht.
    No-Follow widerspricht der Logik des Bloggens. Deshalb raus damit.

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